• Auf diesem Luftbild der Bikar-Werke II und III ist das provisorische Stangenlager in einem Zelt in der Bildmitte gut zu erkennen. An dieser Stelle und auf der Grünfläche dahinter soll ein neues Hochregallager entstehen. Der neue Verwaltungskomplex könnte dann im linken unteren Bildbereich an den bisherigen Bürokomplex anschließen und etwa bis zum Kreisverkehr in der Bildmitte reichen. (Foto: BIKAR-METALLE)


    Raumland. Bikar Metalle will am Heimatstandort wachsen und einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Konkret plant das Metall-Handelsunternehmen ein neues automatisiertes Hochregallager und ein neues Verwaltungsgebäude in Raumland zu errichten. "Wir wollen unseren Standort hier für die Zukunft wappnen", erläutert Geschäftsführer Pascal Bikar im Gespräch mit der Wittgensteiner Heimatzeitung.

    Rat entscheidet im November

    In der Industriestraße könnten - das Einverständnis der Bad Berleburger Politik vorausgesetzt - insgesamt drei neue Gebäude auf Freiflächen des bestehendes Werksgeländes entstehen. Das wichtigste ist dabei das Hochregallager mit einer Höhe von 27,5 Metern und einer Länge von 30 Metern. Dort vorgeschaltet wäre ein Wareneingangsgebäude mit einer Höhe von zehn Metern. Dies geht aus einer Vorlage für die Sitzung des Bad Berleburger Bauausschusses am Dienstag, 27. Oktober, und die nächste Ratssitzung am Montag, 2. November, hervor. Hintergrund ist, dass der Bebauungsplan "Industriegebiet Berghausen Raumland" für dieses Bauvorhaben geändert werden muss, weil die zurzeit darin festgesetzten Geschosshöhen das Hochregallager nicht möglich machen. Die Regelungen lassen nur ein 23 Meter hohes Gebäude zu. In der Verwaltungsvorlage regt die Stadt Bad Berleburg bei der Politik an, die Änderung der Vorschriften zu genehmigen und die Investitionen zu ermöglichen.

    Moderne Lager-Technik

    Das geplante Hochregallager ersetzt ein zurzeit bestehendes Provisorium des Stangenlagers in einem Zelt. Das moderne Gebäude werde mit zwei Bediengeräten ausgestattet, die Waren ein- oder auslagern können, so Pascal Bikar. Wegen der geplanten Technik und der Grundstücksflächen müsse der Bau auf 27,5 Meter Höhe ausgelegt sein. Entstehen kann das Lager auf einer Grünfläche zwischen dem Werk II und dem Werk III. Von diesen Investitionen in moderne Technik und Lagerkapazitäten indirekt abhängig ist auch die Entscheidung, die Unternehmensverwaltung in Raumland zu erweitern. An das bestehende Bürogebäude mit Empfang könnte in der Industriestraße ein dreigeschossiger Anbau gesetzt werden.

    Umsetzbar im kommenden Jahr

    Für die neue Warenannahme, das Hochregallager und die Büros schätzt Pascal Bikar die Investitionssumme auf etwa zehn Millionen Euro. Die Pläne liegen in der Schublade. Wenn der Bebauungsplan geändert und die Genehmigungen erteilt sind, hofft das Wittgensteiner Familienunternehmen bereits im Februar oder März mit den Erdarbeiten beginnen zu können. Das Lager soll dann innerhalb des Jahres 2016 aufgebaut werden.

    Investitionen in Raumland geplant

    Pascal Bikar: "Wir wollen unseren Standort hier für die Zukunft wappnen."

    Dieses Foto des Werkes im thüringischen Korbußen zeigt im Vordergrund ein 120 Meter langes, aber mit 20 Metern Höhe niedrigeres Hochregallager. (Foto: BIKAR-METALLE)

    Ganz neu ist die Logistik-Technik für den Metallhändler nicht, auch im Raumländer Werk II sind die Walzplatten in ähnlicher Weise gelagert. In der Niederlassung im thüringischen Korbußen betreibt Bikar Metalle bereits zwei dieser Hochregallager, die allerdings mit nur 20 Metern Höhe deutlich niedriger sind, dafür aber mit 120 Metern dreimal so lang wie in Raumland geplant.

    Von Lars-Peter Dickel


    Unternehmenssteckbrief Bikar Metalle GmbH

    Die 1962 gegründete Bikar Metalle GmbH hat sich in den vergangenen Jahren zu einem weltweit tätigen Produzenten und Händler von Nichteisenmetallen (NE-Metalle) – insbesondere Aluminium, Kupfer, Messing und Bronze – entwickelt.

    Vom Stammsitz in Raumland und der Tochterfirma in Korbußen (Thüringen) aus versorgen 350 Mitarbeiter weltweit Kunden verschiedenster Branchen und Größenordnungen mit Halbzeugen aller Art.

    Mittlerweile steht mit Claudia, Pascal und André Bikar die dritte Generation an der Spitze des Familienunternehmens. Durch Investitionen in Produktionsanlagen für Aluminiumplatten hat sich das Unternehmen vom reinen NE-Metallhändler zum Produzenten entwickelt.

    Quellennachweis

    Das Textmaterial wurde uns freundlicherweise von der WESTFALENPOST (WP) zur Verfügung gestellt.

    Fotos: BIKAR-METALLE

    WESTFALENPOST (WP)
    WP-Ausgabe vom 15. Oktober 2015
    Internet www.derwesten.de

    WESTFALENPOST